E3indrücke.

Und schon ist sie wieder vorbei, die heisse Phase der E3-Show in Los Angeles. Sicher, der Showroom ist jetzt erst wirklich offen für Messebesucher und an den Ständen ist sicher noch viel los, aber die “großen Fragen” dürften mittlerweile beantwortet worden sein – mit den Bühnenshows der großen Hersteller nämlich. Da erwartet man sich gewöhnlich die großen Kracher und kleinen Überraschungen, die stolzen Ankündigungen und versteckten Details. Kurzum: Was die E3 besonders macht, sind die Showelemente.

 

Den Anfang machte Microsoft, die wohl beim hektischen Zurückrudern vor vorherigen Aussagen eine ganze Menge neuer Spiele im Schlepptau an Land gezogen haben. Klar, bei der ersten Demonstration und der E3 vor einem Jahr lag der Fokus eindeutig stärker auf Entertainment – vielleicht eine Spur zu sehr, weshalb sich wohl in der Chefetage die ganze Kritik zu Herzen genommen und sich dazu entschlossen haben muss, dieses Mal nichts von Gesten-, Sprach- oder Bewegungssteuerung, Fernsehserien oder Skype-Unterhaltungen zu erzählen. Stattdessen gab es bekannte und bislang nicht gezeigte Spiele, allerdings gefühlt zu oft von der Geschmackssorte “Trailer-Rendergrafik und sieht nachher ungefähr halb so spaßig aus, wie es sich schlussendlich auch spielt”. Wirkliches Gameplay gab’s nur selten, in Fällen wie Sunset Overdrive oder dem jetzt schon rekordverdächtigen Verkaufsschlager Master Chief Collection war es dann schon fast beruhigend zu wissen, dass man Spiele künftig auch noch Spielen und nicht nur Schauen kann.

 

Ähnliches gab es auch bei der Konkurrenz zu sehen: Sony zeigte ebenfalls hauptsächlich Spiele(trailer), nur kleine Hinweise am Rande auf Entertainmentfunktionen sollten wohl zeigen, dass auch hier die Option weiterhin erhalten bleibt. Nintendo tanzte dann in zweierlei Hinsicht aus der Reihe: Zum Einen gab es keine richtige Show, sondern “nur” ein Online-Event, zum Anderen zeigten sie neben sehr vielen Spielen (und sogar viel mehr echtem Gameplay!) auch ein neues Gimmick – Sammelfiguren nämlich. Die “amiibo” getauften Figuren sollen in dem kommenden Super Smash Bros.-Titel ihren Anfang machen und dabei als KI-Figuren fungieren, die nicht nur kämpfen, sondern auch dazu lernen und gegen andere Spieler und deren Figuren antreten können. Über (vermutlich) NFC werden dafür Daten zwischen Figur und Konsole ausgetauscht. Quasi wie ein reales… Pokemon? Klingt zumindest sehr lustig, aber auch sehr stark davon abhängig, dass es von vielen weiteren Spielen unterstützt wird – aber da wir hier von Nintendo sprechen, dürfte das auf absehbare Zeit mit allen 1st-Party-Spielen der Fall sein. Ach, und ein neues Zelda und Star Fox wurden auch schonmal kurz gezeigt – die WiiU ist gerettet, hallelujah!

 

Macht ja auch alles Sinn: Neue Hardware verkauft man über Spiele, die einen Kauf rechtfertigen. Entertainment ist ein starkes Zugpferd – die hohen Nutzerzahlen von Webdiensten auf Xbox-360-Konsolen in Nordamerika belegen das – aber eben doch kein Grund, neue Maschinen zu kaufen, wenn’s die alten Möhren auch noch können. Exklusivspiele, wie wir sie von früheren Generationen kennen, gibt es ja heute (gottseidank!) kaum noch, weshalb sich auch ein weiterer Trend der vergangenen Jahre erneut zeigte: Exklusive Inhalte. Wer etwa das neue Call of Duty auf der XBox One kauft, bekommt früher Zugang zu neuen Inhalten – umgekehrt gibt’s eine Beta für Battlefield:Hardline nur für Playstation4-Nutzer (und am PC). Im Grunde genommen nichts Beeindruckendes, wenn da nicht der ein oder andere Titel aus der Reihe tanzen würde: Das neue Far Cry 4 soll so beispielsweise für Playstation 4-Nutzer und ihre Freunde im Mehrspieler-CoOp besser werden, weil nur eine physische Kopie des Spiels benötigt wird. Freunde können dann einfach joinen, ohne das Spiel selbst zu besitzen – eine echte Ansage.

 

Überhaupt gab’s sehr viel CoOp – auch ein guter Trend, denn Spielen unter Freunden macht einfach am meisten Spaß. Das neue Assassins Creed in der französischen Revolution, das neue Fable: Legends, besagtes Far Cry, E:Volve von den Left4Dead-Machern Turtle Rock, The Division, Sunset Overdrive mit seinem Chaos-Modus, vielleicht sogar Mario Party 10 (alle gegen Bowser, wobei Bowser von dem Spieler mit dem Gamepad gesteuert wird) und selbst Dead Rising 3: Super Ultra Arcade Remix Hyper Edition EX +α (Okay, zugegeben: Ich brauchte einen Grund, um den Titel zu nennen) – alle haben sie kooperatives Gameplay mit vier oder mehr Spielern. Macht Spaß, macht Sinn, verkauft Spiele – und ich find’s gut. Besser, als das drölftausendste Schleichlevel alleine vor der Glotze durch zu stehen ist doch, wenn man’s zusammen mit ein paar Freunden macht.

 

Klare Favoriten für mich auf der Show? Eindeutig Sunset Overdrive, das sehr toll klingende Splatoon (Shooter, aber mal anders), Yoshis Woolly World (hnnnnnnnnnghhhh, socuteIamgonnadie), Assassins Creed: ôlálábaguettebackstab édition und E:Volve. Das beeindruckende Exploration-Spiel No Man’s Land mit seinen frei erkundbaren, zufällig generierten Planeten, Lebenswelten und seinem (angeblich) unendlich großen Universum klingt auch viel versprechend, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich die Vision des Studios auf die geplante Weise realisieren lässt. Die gezeigte Präsentation sah gut aus, aber die fehldenden Details lassen bei mir den Eindruck entstehen, als ob da doch sehr viel geflunkert sein könnte. Schaun wir mal. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

 
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