NBA 2k12

Taken from Kotaku

Zugegeben, Sporttitel gibt es wie Sand am Meer und jedes Jahr gibt es eine neue, kaum veränderte Ausgabe mit einer aktuellen Datenbank. Demenstprechend groß ist meine Freude darüber, dass ich von ‘NBA 2k12’ das exakte Gegenteil behaupten kann: Im Gegensatz zu den meisten Sporttiteln des neuen Jahres kommt es nämlich als runderneuertes Produkt auf den Markt und lässt damit kaum ein Problem der alten Version unberührt. Dass dabei auch noch die eigenen Stärken weiter ausgebaut wurden kann man dann eigentlich nur noch als äusserst lobenswert bezeichnen.

Nothing but net

‘2K12’ fährt dort fort, wo das exzellente ‘NBA 2K11’ (https://lamecast.wordpress.com/2010/12/16/nba-2k11-x360-ps3-pc-reviewed-wii-psp-ps2/) bereits Akzente setzte: Der Realitätsgrad wurde wider Erwarten noch um Einiges erhöht, sodass die Matches in der Simulationseinstellung unglaublicherweise noch präziser, noch schneller und noch realistischer ablaufen als im Vorgänger. Darüber hinaus wurden einige Veränderungen durchgeführt, wodurch unliebsame Nebeneffekte ausgemerzt werden konnten: So wurde das Passspiel überarbeitet wodurch sich waghalsige Pässe in die Tiefe der gegnerischen Verteidigung schwieriger durchführen lassen. Auch die unbeliebten Pässe über das ganze Spielfeld, welche oftmals an lasergelenkte Bomben erinnerten, treten nur noch in sehr seltenen Fällen auf. Auch die Ballphysik selbst bekam eine Erneuerung spendiert, nunmehr klebt der Ball erheblich weniger an den Spielfiguren und schnelle Bewegungen führen öfters zu Ballverlusten – auch das Sprinten mit dem Ball ist anders gestaltet, der Ballhalter lässt den Ball nun weiter entfernt aufprallen sodass die Figur insgesamt schwerer zu steuern sind, was die gesamte Spielerfahrung plastischer und realer wirken lässt. Unheimliche Einzelaktionen gehören damit größtenteils der Vergangenheit an.

Auch ausserhalb des normalen Spielbetriebs lauern Verbesserungen: Der im vergangenen Jahr eingeführte “My Player”-Modus bekam ebenfalls Verbesserungen spendiert, fortan müssen Spielerverträge ausgehandelt, über das Gehalt debattiert und die Finanzen verwaltet werden (eine gewisse Aktualität ist also hier nicht abzustreiten). Auch der Einzug in die Profiliga gestaltet sich etwas einfacher und zugleich detaillierter als noch im Vorjahr – dem neuen Spieler wird ein ausgewogeneres Grundpaket zur Seite gestellt, sodass ein Erfolg nicht mehr so lange auf sich warten lässt. Auch wurde hier am Detailgrad gearbeitet, es gibt nunmehr Rekrutierungsinterviews und einen größreren Austausch mit dem Team, hier gab es im Vorjahr nur einen Berater sowie die Interaktion mit der JORDAN-Marke. Mittlerweile wurde auch hier nachgebessert, es gibt mehr Plakat- und Zeitschriftenanbieter als noch im Vorjahr. Auch die Beliebtheitsskala, welche im Vorgänger noch kaum eine Rolle spielte, hat neuerdings einen Einfluss auf die Situation des Spielers. So kann man nunmehr endlich seine Wechsel und Mannschaften im gewissen Masse beeinflussen, ein im Vorgänger abwesendes Feature. Hinzu kommen weitere Möglichkeiten zur Spielergestaltung in der Form von Trainingscamps, wohltätigen Spenden und Benefizveranstaltungen, welche von dem Gehalt des Spielers ausgezahlt werden – Dem Spielfluss wird also in gewisser Hinsicht etwas Leben eingehaucht, die Figur beschränkt sich nicht nur mehr allein auf Spielstatistiken, es gibt mehr Punkte zu verwalten.

Apropos Statistiken: Der Titel verfügt erneut über ein enormes Sortiment an alten und neuen Statistiken und besticht dadurch wieder einmal durch seinen hohen Detailgrad. Saisonstatistiken, Karrierestatistiken der Teams und Spieler, Divisions- und Ligastats… alles gibt es, was das Herz eines Basketballenthusiasten höher schlagen lässt. Dem ganzen Detailgrad die Krone aufsetzen kann dann auch der “Legenden”-Modus: Ausgehend von dem sehr populären “Jordan-Challenge” des Vorgängers werden auch hier wieder nostalgische Spiele Revue passieren gelassen; Neuerdings beschränkt sich die Auswahl jedoch nicht nur auf Jordan und seine Errungenschaften, nein, es gibt mittlerweile sagenhafte 15 verschiedene Hall-of-Fame – Spieler, deren Challenges nicht nur eine wahre Freude für den Spieler darstellen sondern darüber hinaus auch noch die Teams der jeweiligen Ära freischalten, sodass noch etliche zusätzliche Legenden spielbar werden: Stockton, Chamberlain, Olajouwon, Pippen, Bird, Ewing, Johnson… die Liste ist lang, die Spiele sind spannend und die Atmosphäre einfach nur beeindruckend. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie sich wohl ein Team aus den Siebzigern gegen ein modernes Team der Liga schlagen würde – nun ist die Zeit zum Experiment gekommen. Für Liebhaber ein absolutes Plus. Für die richtige Atmosphäre sorgt hier die vom Titel selbst aufgebaute Illusion, dass es sich bei den Matches um “Aufnahmen” aus der damaligen Zeit handelt welche von den Kommentatoren der heutigen Zeit kommentiert und mit sehr viel Liebe zum Detail mit Informationen zu den jeweiligen Spielern und ihrer Karriere versehen werden. Demenstprechend wird auch über Matches der Sechziger, Siebziger und frühen Achtziger ein Sepiaton-filter gelegt, sodass die visuelle Darstellung in der Tat einer Realaufnahme der Zeit gleicht. Die Arbeit hat sich jedenfalls gelohnt, die alten Matches sind allesamt stimmig, machen enorm viel Spaß und bieten überdies noch viele Informationen über jene Spieler, die die Liga groß gemacht haben.

Über die restliche Umsetzung gibt es recht wenig zu sagen: Die Qualität ist weiterhin enorm, sowohl in grafischer wie auch in soundtechnischer Hinsicht.Dementsprechend gilt auch dieses Mal eine klare Kaufempfehlung, denn für sein Geld kriegt der Kunde wesentlich mehr als nur ein Grafik- und Database-Update.

‘NBA 2K12’ ist erhältlich auf sämtlichen gängigen Systemen zum Preis von 30 (PC, Wii) oder 40 (PS3, X360) Euro.

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