NBA 2k11 (X360, PS3, PC (reviewed), Wii, PSP, PS2 )

Der Basketballsport ist schon seit geraumer Zeit kein Phänomen der Vereinigten Staaten mehr und hat mittlerweile auch jenseits des großen Teiches mehrere interessierte Anhänger gewonnen. So mutet es nicht seltsam an, dass sich der Sport auch in dem Genre des Sportspiels schon längere Zeit fest etabliert hat, wobei der Anspruch auf Realismus je nach Spiel immer anders ausgedrückt wurde – Das Spektrum reichte vom völlig durchgeknallten arcadelastigen Titel NBA JAM bis hin zu den starken Simulationen NBA Live und, seit einigen Jahren, auch derNBA 2K-Serie. Dieses Jahr wurde die Version von NBA Live leider aus qualitätssichernden Gründen nicht veröffentlicht, womit der Titel von 2K Sports sich allein auf weiter Flur vorfindet. Wie aber schlägt sich der größte Fisch im kleinen Teich?

I’m chasing perfection

 


Der Realismus-Anspruch von NBA 2k11 ist enorm hoch – Gesteuert mit einem Gamepad bewegen sich die Spieler möglichst realitätsnah über das auf Hochglanz polierte Parkett, springen und ducken sich auf natürliche Art und Weise und können auch andere Figuren körperlich blocken. Seltsame Bewegungen oder Clipping-Probleme tauchen keine auf, alle Figuren und Bewegungsabläufe wurden mit größter Präzision animiert, wodurch im Spielgeschehen keine unliebsamen visuellen Ausrutscher passieren. Dass während dem gesamten Spiel alle bestehenden Regeln des Basketballsports korrekt eingehalten werden versteht sich dabei von selbst. Doch nicht nur die Präsentation ist auf Realismus getrimmt; Auch das Gameplay ist enorm umfangreich und anspruchsvoll und gestaltet sich bisweilen sogar richtig kompliziert – Eine ausgeklügelte Steuerung macht es möglich. Sprungwürfe etwa sind nicht einfach nur mit einem simplen Knopfdruck abgefertigt. Bei einem Wurf muss der richtige Zeitpunkt zwischen dem Sprung und dem Abwurf abgewartet werden, um die Trefferchancen zu erhöhen – Wie in Echt eben, immerhin muss der Spieler auch den Korb anvisieren. Ein cleveres Pass- und Verteidigungssystem sowie eine enorm fähige künstliche Intelligenz besorgen den Rest um aus der Spielerfahrung eine möglichst realistisches Ergebnis zu formen.

One lucky shot deserves another.

 

Aber nicht nur die spielerische Präsentation ist auf Realismus getrimmt. Auch die Grafik und der Sound wissen absolut zu überzeugen: Realistische Spielergesichter, schöne Stadien, reflektierende Parkettböden, wehender Stoff, Bewegungsunschärfe… Auf alles wurde geachtet. Selbst die verschiedenen Körperbemalungen der Spieler wurden aus der realen Welt übernommen und sorgen gemeinsam mit dem ultimativen Detail, schwitzenden Athleten, für das letzte Quentchen Realismus. Der Sound kann ebenfalls auf ganzer Linie punkten: Spielergemurmel, Fan-geschrei und Kommentar sind allesamt von höchster Qualität. Für den Kommentar sorgen Bob Fitzgerald und Rod Brooks, zwei Radiolegenden aus San Francisco. Der Gesamteindruck kann dadurch einen klaren Punktsieg verbuchen: Die entsprechende Hardware (oder Konsole) vorausgesetzt könnten die Spielszenen den Sportnachrichten entsprungen sein. Einzig die leicht Plastik-ähnlichen Hauttexturen und die etwas schwachen Mundanimationen trüben den Eindruck. Im Spielverlauf fallen solche Details aber gar nicht auf, lediglich die Nahaufnahmen der Widerholungen verlieren so etwas von ihrem Charme. Apropos Hardware: Die getestete PC-Version sah zwar enorm gut aus, aber auch die moderaten Einstellungen sind immer noch sehr hübsch anzusehen. Der Hardwarehunger hällt sich indes in jeder Einstellung stark in Grenzen, wohl auch aufgrund der Paralellentwicklung mit der modernen Konsolengeneration.

 

I can accept failure, everyone fails at something. But I can’t accept not trying.

 

Auch abseits des Parketts bietet NBA 2k11 viel: Wie im Vorgänger aktualisiert sich die Spieler-database täglich neu, eine aktive Internetverbindung vorausgesetzt. Auch die Spiele des Tages werden angezeigt und als Sofort-spiel angeboten. Ausgebaut wurde auch der im Vorgänger eingeführte “My Player”-Modus, bei dem ein eigener Avatar erstellt werden kann, der sich über die Vorsaison in einer Talentschmiede über das NBA-Draft die Chance auf einen Platz in einem Team erspielen kann. In diesem Spielmodus steuert man nur sich selbst und gewinnt Erfahrungspunkte für korrektes Verhalten auf dem Spielfeld. Grobe Patzer wie etwa eine schlechte Verteidigung werden hingegen mit Punkteabzug gestraft. Hier kommt die meiste Langzeitmotivation auf, da sich der erstellte Avatar immer unterschiedlich entwickelt und stets in anderen Teams landen kann.

Neu dazu gekommen ist der Modus der Jordan Challenges : Hier werden 10 berühmte Spiele in der Laufbahn der NBA-Legende nachgespielt, mitsamt Original-Kader und -Verletzungen. Bei diesen Spielen gilt es, besondere Ziele wie etwa 40 Punkte, 12 Assists oder eine fehlerlose Quote von der Freiwurflinie zu erreichen. Dieser Spielmodus ist vor allem für Kenner und Liebhaber des Sports ein wahres Schmankerl, frischt er doch einige bereits leicht vergessene Erinnerungen wieder auf.

 

Insgesamt gilt eigentlich nur eins zu beachten: Wer sich für den Basketballsport auch nur ansatzweise begeistern kann, für den könnte sich ein Blick auf dieses Juwel durchaus lohnen. Eine starke Lizenz, starke Neuerungen gegenüber dem Vorgänger und eine enorm überzeugende Präsentation machen aus NBA 2K11 eines der besseren jährlich veröffentlichten Sportspiele.

Just play. Have fun. Enjoy the game.

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