Batman: Arkham City (X360, PS3, PC [review])
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Das 2009 veröffentlichte Batman: Arkham Asylum war eines der besten Action-Adventures der vergangenen Jahre. Das brilliante Kampfsystem, die cleveren Rätsel, die starke Story und das überragende Setting verhalfen dem Spiel zu großer Beliebtheit. Arkham City ist der direkte Nachfolger des BAFTA-prämierten Spiels und erschien bereits im Oktober auf den Konsolen mit einer verzögerten Veröffentlichung für die PC-Plattform. Kann die Fortsetzung die hohen Erwartungen erfüllen?
Die Story des Spiels beginnt nahezu achtzehn Monate nach den Geschehnissen des Vorgängers und bietet, ohne zuviel verraten zu wollen, einige Überraschungen: Der Wissenschaftler Hugo Strange liess einen gesamten Stadtteil Gothams zu einem Gefangenenlager umfunktionnieren und umschloss dieses mit gewaltigen Mauern. Innerhalb dieser Mauern herrschen fortan die bekannten Bösewichte des Batman-Universums und kämpfen untereinander um die Vorherrschaft über die Stadt. Bruce Wayne, das Alter Ego Batmans, wird bei einer Publicity-Aktion, bei der er sich gegen die Arkham City ausspricht, kommentarlos gefangen genommen und kommt innerhalb der Mauern der gewaltigen Stadt zu Bewusstsein. Um die Machenschaften Stranges aufzudecken muss Wayne schliesslich entkommen und wieder in die Rolle Batmans schlüpfen um den Schurken das Handwerk zu legen. 
Wenn es um Schurken geht sticht Arkham City den Vorgänger ohnehin aus: Bot dieser bereits immerhin Kämpfe gegen traditionelle Feinde wie Bane, den Joker oder Killer Croc, so wurde der Umfang hier mehr als verdoppelt. Der Grund hierfür ist schnell gefunden: Das Spiel gestaltet sich wesentlich freier als noch im Vorgänger, da die gesamte Stadt bereits zu Beginn des Spiels frei begehbar ist und so neben der Hauptaufgabe eine enorme Vielzahl an Nebenaufgaben bietet. Hierbei muss der Spieler weiteren Bösewichten das Handwerk legen, sodass mehr Gelegenheiten zu Begegnungen mit bekannten Antagonisten bestehen. Als netter Nebeneffekt schaltet man hierdurch auch weitere Informationen zu diesen Figuren frei, sodass Fans und Neulinge des Batman-Universums auf ihre Kosten kommen werden. Diese Seitenaufgaben drängen sich dabei jedoch nicht auf und müssen gar, in manchen Fällen, direkt aufgesucht werden – etwa die Aufgabenreihe der politischen Gefangenen, welche gelegentlich in den Straßen von den Häftlingen angefallen werden. In der Regel kann man so also die Hauptaufgabe, und somit das gesamte Spiel, innerhalb einiger Stunden lösen; Doch damit hätte man sein Geld verschenkt. 
Der Umfang ist nämlich derart gewaltig, dass der Spieler sich oft mit der Situation konfrontiert sieht, einige Aufgaben gleichzeitig lösen zu wollen. Dies sorgt jedoch nicht für einen hektischen Spielablauf sondern trägt vermehrt zu dem Setting bei, da die Unübersichtlichkeit und die schiere Anzahl an Fällen den fiktiven Alltag eines Superhelden (Hektik, moralische Entscheidungen) sehr gut darstellen. Hinzu kommt, dass sich zu dem maskieren Helden auch ein zweiter spielbarer Charakter gesellt: Catwoman, die agile Diebin mit dem Hang zum Extravaganten, darf im Verlauf der Story ein paar Mal gesteuert werden, was dem Spiel zusätzliche Abwechslung verleiht. Denn während Batman eher sehr grob mit seinen Widersachern umgeht befinden sich die Stärken der Catwoman eher in dem versteckten, vorsichtigen Kampf. Im Gegenzug dafür ist sie wesentlich agiler und kämpft auch dementsprechend schneller, kann sich flink mit ihrer Peitsche durch die Gegend bewegen und sogar an den Wänden und der Decke herumlaufen. Hierdurch gelingt dem Spiel ein noch höheres Maß an Abwechslung als noch im Vorgänger.
Das Gameplay selbst bleibt glücklicherweise unverändert im Vergleich zum Vorgänger; Dieser besaß bereits ein nahezu perfektes Kampfsystem und eine Vielzahl von nützlichen technischen Hilfsmittelchen – dieses Arsenal wurde erneut ausgebaut, neu hinzu gekommen sind etwa ein Gewehr mit elektrischer Aufladung oder eine Eisgranate mit der sich Eisschollen erstellen oder dampfende Rohre blockieren lassen. So wurde das eigentliche System nicht verändert und konnte sogar leicht verbessert werden, da sich die Rätsel und das Leveldesign abwechslungsreicher gestalten können: Mal geht es auf Eisschollen durch einen Abwasserkanal, mal reist man durch einen Industriekomplex mit verschlossenen Elektronik-Türen, ein anderes Mal gilt es durch das alte, verschüttete Gotham der vierziger Jahre zu reisen, dessen Abgründe am Einfachsten mit der Seilwinde überbrückt werden – für Abwechslung ist wahrhaft gesorgt. Diese Areale laden, ebenso wie im Vorgänger, erneut sehr stark zum Erkunden ein: In regelmässigen Abständen kann der Spieler erneut Rätsel und Trophäen des mysteriösen E. Nigma, dem Riddler, finden, welche ebenfalls weitere Bonusgegenstände freischalten (Artworks, 3D-Modelle, zusätzliche Geschichten) und so das Universum weiter bevölkern. Das Besondere hieran: Die emsige Suche nach den Rätseln und Trophäen ist wider Erwarten nicht ablenkend oder störend in dem normalen Verlauf, vielmehr gelingt es problemlos diese Ostereierjagd geschickt in den Spielverlauf einzubinden. 
Das Kampf- und Upgradesystem blieb weitestgehend unangetastet: Weiterhin kämpft man mit schnellen, präzisen Schlägen und muss in den richtigen Augenblicken auch mal gegnerische Angriffe kontern, um nicht aus dem Rythmus zu kommen und heftige Schläge in den Nacken zu vermeiden. Neue Gegnertypen (der Vorgänger kannte immerhin deren fünf: Unbewaffnet, mit Schlagstöcken oder gar mit Schusswaffen, mit Messern und als gewaltiger Muskelprotz) sorgen hier für spannende Kämpfe, da jede Variante eine unterschiedliche Herangehensweise verlangt – Gegner mit Körperpanzerung etwa sind für normale Angriffe eigentlich unverwundbar und müssen mit komplizierten Schlagfolgen ausgeschaltet werden. Da mittlerweile jeder unbewaffnete Gegner sich potenziell ebenfalls bewaffnen kann und die Ausrüstung von erledigten Schurken verwenden kann, reicht es mittlerweile auch nicht mehr, unliebsame Ziele zuerst auszuschalten; So bleiben Kämpfe in der Regel packend bis zum Schluss. 
Technisch gibt sich der Titel keine Blöße: Trotz der enormen Größe der Stadt ist der Detailgrad sehr hoch, auch wenn einige Texturen bisweilen etwas zu Wünschen übrig lassen. Unterstützung für die moderne Grafikschnittstelle DirectX 11 ist ein Alleinstellungsmerkmal der PC-Version, doch auch ohne diese Einstellung ist das Gezeigte bereits sehr hübsch und bietet so selbst auf den Konsolen und auf nicht enorm potenter Hardware bereits ein sehr stimmiges Bild. Ein derartiger Titel lebt aber ohnehin eher von der Atmosphäre und nicht wirklich von reiner Grafikleistung und so ist die visuelle Präsentation mehr als zweckgemäß. Die Soundkulisse kann sich ebenfalls sehen lassen: Etliche Sprecher vertonen das Geschehen nahezu perfekt, die Rollen sind brilliant verteilt und so wird den Figuren Leben eingehaucht. Keine Figur wirkt deplatziert, wodurch die Welt insgesamt enorm stimmig und echt wirkt; Ob Gesprächsfetzen und heftige Diskussionen zwischen Sträflingen, Beschwerden von politischen Gefangenen oder gar Radiodurchsagen der Gefängnisaufsicht, die Soundkulisse trägt enorm zu der Glaubwürdigkeit bei. 
Alles rosig, also? Eigentlich schon, jedoch vermiesen einige Regentropfen die ansonsten einwandfreie Parade: Einerseits ist eine Aktivierung über die STEAM-Plattform zwingend notwendig, andererseits benötigt das Spiel dennoch trotzdem noch die Games for Windows Live-Aktivierung. Hinzu kommt, dass Savegames trotz der Verwendung dieser beiden Cloud-Dienste dennoch nicht in der Wolke gespeichert werden, sodass bei einer Neuinstallation ein Neustart des Spielstandes unabdingbar ist und ebenfalls alle freigeschalteten Boni verschwunden sind. Auch nett: Trotz einer (theoretisch) immerhin anderthalb Monate längeren Entwicklungszeit kam das Spiel unfertig auf den Markt und so funktionnierte der im Voraus stark beworbene DirectX 11-Modus nicht vor dem ersten Patch. Auch in sprachlicher Hinsicht weiss die PC-Version nicht gerade zu gefallen: Das Spiel kann (ohne selbstständig eine Datei zu verändern) nur in der Sprache jenes Landes, in dem der Titel erworben wurde, gespielt werden. Heisst konkret: Wer von Frankreich oder Italien aus kauft, da er sich dort im Urlaub befindet, kann fortan nur auf Italienisch oder Französisch durch Gotham hetzen – eine entsprechende Option zur Umstellung sucht man im Spiel vergebens. Einzig eine Manipulation einer Datei im Spielverzeichnis verschafft Abhilfe, da dennoch alle Sprachdateien mitgeladen werden (der Download beträgt übrigens satte 15 GB). 
Diese Probleme treten natürlich nur in der PC-Version auf, Konsolenspieler werden von derartigen Problemen glücklicherweise verschont und kamen so bereits vor 2 Monaten in den Genuß von dem wohl besten Third-Person Action-Adventure der vergangenen Jahre. Wer schon immer als Gothams dunkler Rächer umherschweben wollte: Besser geht es momentan nicht.
