The Elder Scrolls V: Skyrim (X360, PS3, PC [review]

 

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Die Elder Scrolls-Serie steht seit einiger Zeit für sehr gute Einzelspieler-Rollenspiele mit langer Spielzeit, immersiver und gewaltiger Spielwelt sowie spannenden Aufgaben und Storylines. Doch wie verhält es sich mit dem jüngsten Ableger, Skyrim? Wird das heiss erwartete Rollenspiel den hohen Ansprüchen gerecht? Bringt die Drachenjagd interessante neue Elemente in das Spiel ein?

Soviel sei gewiss: Der Umfang fällt wie gewohnt enorm aus. Der Spieler kann zwischen zehn verschiedenen Rassen mit je zwei Geschlechtern und einer Vielzahl von kosmetischen Optionen wählen um seinen Helden zu erschaffen. Hierbei hat jede Rasse gewisse Vorzüge und ein unterschiedliches Aussehen. Hinzu kommen viele unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände, sodass kaum eine Spielfigur der anderen gleichen wird. Gleiches gilt wohl auch für die Art des Spielens, denn dem Spieler ist es frei gestellt, unterschiedliche Pfade einzuschlagen um so etwa als Fernkämpfer mit Pfeil und Bogen, als Magier, als gerissener Dieb oder doch als schwer gerüsteter Nahkämpfer die immense Spielwelt zu erkunden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, da alle Spielstile funktionnieren und eine unterschiedliche Herangehensweise fordern. Der enorm vereinfachte Talentbaum erleichtert eine Spezialisierung und birgt überdies die Möglichkeit innerhalb einer „Klasse“ weitere Unterkategorien einzuführen. Insgesamt ist die Steuerung und das Itemsystem sehr eingänglich gestaltet. Hier zeigt sich der gute Einfluss der Entwicklung für moderne Konsolen, da diese eine leichtere, zugänglichere Steuerung voraussetzen.

 

Die Geschichte ist sehr mysteriös gehalten: Der Spieler startet als Gefangener und muss sich seinen Weg zurück in die Gesellschaft hart erkämpfen. In der Zwischenzeit erfährt er viel über seine Figur – diese gehört offenbar einer seltenen Spezies an, welche die Kräfte eines getöteten Drachens übernehmen können. Dies verleiht der Story den Vorteil, dass die Figur größtenteils ein leeres Gefäß ist welches von dem Spieler gefüllt werden kann; So nimmt es größtenteils die Grundsätze eines Rollenspiels sehr ernst. Weniger toll sind jedoch die bisweilen recht seltsamen Eindrücke, die man durch Nichtspieler-Charaktere erhält: Diese benehmen sich leider immer noch sehr steif, verweigern teilweise das Gespräch, blockieren Türen und verlaufen sich recht häufig. Die künstliche Intelligenz der Gegner beherrscht ebenfalls wenig mehr als stupide zur Spielfigur hinzulaufen. Diese Probleme führen dazu, dass die Immersion zeitweise etwas abhanden kommt. Hinzu kommt, dass einige Figuren die Spielfigur ausrauben, eine Bestrafung durch den Spieler aber in jedem Fall zum Ausschluss aus der Gesellschaft führt. So fühlt sich der Spieler teilweise immer noch in einem festen, bisweilen ungerechten System und nicht in einer freien Welt.

 

Die Welt selbst hingegen wirkt lebendig und natürlich: Kein Ort gleicht dem anderen, Gegenstände und Gebäude wurden offensichtlich mit viel Aufwand platziert und das Gelände wirkt liebevoll geformt und detailliert. Ähnliches gilt für die vielen Städte in der Spielwelt sowie für das Innere der Gebäude und Höhlen. Jeder Ort wurde aufwendig gestaltet und passt exakt in die Spielwelt – nichts wirkt deplatziert. Die Höhlen laden zum Erkunden ein, gleiches gilt für die Aussenwelt: Der Spieler wird zum Entdecker einer wundervollen Welt. Nette Details wie wilde Tiere und Räuber lassen das Spielgeschehen „echt“ wirken. Diese lebendig wirkende Fauna hat ebenfalls Einfluss auf den Spielfluss; So kann es durchaus vorkommen, dass ein wild herumstreunender Drache ein Dorf überfällt, an einem Bergpass auf den Spieler lauert oder eine Herde Mammuths von Riesen durch die Ebene getrieben wird. Momente wie diese lassen Münder offen stehen.

 

Der Rest der Präsentation fällt eher gemischt aus: Zwar beherrscht die Grafikengine einige nette Extras, leider ist sie jedoch sehr schlecht optimiert und verhält sich selbst auf potenter Hardware bisweilen sehr dürftig – den Mindestanforderungen darf zwar Glauben geschenkt werden, doch die Empfohlene Konfiguration reicht beim besten Willen nicht aus; Auf die Konsolenversionen trifft dies selbstverständlich nicht zu. Spielfiguren, Monster und Nichtspieler-Charaktere sowie deren Animationen sehen zwar allesamt sehr stimmig aus, jedoch kommt es teilweise zu groben Schnitzern und Animationen werden nicht korrekt dargestellt, Figuren sprechen ohne den Mund zu bewegen, schweben über Treppenstufen und bleiben in anderen Gegenständen stecken. Auch in der Abteilung „Ton und Musik“ findet sich Licht und Schatten: Zwar ist die musikalische Untermalung sehr schön und stimmig, jedoch wiederholen sich die Stimmen der Nichtspieler-Charaktere. Hier zeigt sich, dass eine derart gewaltige Welt nicht für jede Figur mit einer anderen Stimme aufwarten kann. Dies wäre ebenfalls halb so wild, jedoch klingen einige dieser Stimmen in der englischen Version sehr unmotiviert, teilweise gelangweilt. Insbesondere die Stimmen der Stadtwachen fallen unter diese Kategorie, doch auch einige der Hauptfiguren klingen sehr unpassend.

 

Der neueste Spross der Elder Scrolls-Saga hat das Potenzial, das beste Rollenspiel des Jahres zu werden. Leider krankt es wie seine Vorgänger unter einer lästigen Engine, vielen Bugs und etlichen zweifelhaften Design-entscheidungen. Wer jedoch über diese Schnitzer hinweg sehen kann findet ein mit viel Liebe zum Detail gestaltetes Abenteuer mit einer riesigen Spielwelt in die es sich lohnt einzutauchen.

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