Payday: The Heist. – PC (review), PS3

Bankraub, leicht gemacht.

Everybody loves a clown, so why don't you?

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Das Shooter-genre konzentriert sich in letzter Zeit allzu sehr auf die Zielgruppe der wetteifernden Spieler mit einem militärischen Setting. Daher kommt ein Titel wie “Payday: The Heist” durchaus gelegen: Es gesellt sich nicht in die Nische der schnellen, packenden Militärshooter und nimmt sich ein gänzlich anderes Szenario zum Vorbild – die Karriere einer Bande von Bankräubern und Ganoven. Gespielt wird zu Viert im Team, Ziel ist der perfekte Coup.

 

Was anfänglich seltsam klingt, ist dennoch gut durchdacht: Die vier Spielfiguren müssen gekonnt interagieren, um die Ziele durchzusetzen: Mal gilt es die Bänder der Überwachungskamera zu stehlen, mal muss eine Stichsäge wieder angeworfen werden um ein Loch in die Wand zu schneiden. Die Einsatzgebiete sind vielfältig und die Ereignisse überschlagen sich oft, sodass es Einzelgängern wohl schwer fallen sollte, alle Aufgaben zu erledigen, eh’ die Polizei antanzt. Richtig gehört, das Spiel kommt natürlich nicht ohne deftige Polizeieinsätze aus, um den Spielern das Leben schwer zu machen. Auch hier ist Abwechslung das Gebot der Stunde: Während Anfangs noch lahme Berufspolizisten und gelangweilte Bankwächter eine eher schwache Hürde darstellen, gesellen sich schon bald härtere Gegner hinzu. SWAT-einheiten der Polizei, Scharfschützen und sogar FBI-Agenten kurz vor der Pensionierung sind schon eher als gefährlich einzustufen. Hier gilt aber vor allem: Die Masse macht den Unterschied! Polizeieinheiten rücken ständig in größeren Wellen an, die immer gewaltiger werden. Je schneller also der Coup, desto besser.

I want what's in there!

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Richtig brenzlig wird es spätestens wenn Spezialsoldaten anrücken: Mit Sturmschild, Elektroschocker, im Bombenanzug oder im starken Drei-Mann-Team, diese Sondereinheiten haben richtig viel Pfiff und stellen die eigentliche Herausforderung dar. Diese agieren stets im Zusammenspiel mit den restlichen Polizisten, haben jedoch wesentlich mehr Trefferpunkte und können dadurch kaum von einem einzelnen Spieler bezwungen werden. “Payday: The Heist” setzt also ein gut interagierendes Team strikt voraus, wenn die Spieler tatsächlich mit der Beute fliehen wollen. Dabei verlangt jeder dieser Gegner eine andere Herangehensweise. So gilt es etwa den Herrn mit dem Sturmschild abzulenken und anschliessend zu flankieren da er ansonsten ganze Korridore deckt und andere Polizisten vorrücken lässt, während der Polizist mit dem Elektroschocker besser nicht auf engstem Raum angegriffen werden sollte, da er ansonsten die gesamte Gruppe paralysieren und schlussendlich ausschalten kann. Der Hüne im Bombenanzug ist wiederum zwar ein schier unbezwingbarer Gegner im Nahkampf, sollte aber durch seinen schwerfälligen Vorwärtsgang leicht in Hinterhalte zu locken sein.

Auch im Bereich der Missionsziele wird Abwechslung geboten: Mal ist das Ziel ein Banktresor, ein anderes Mal soll ein anderer Ganove aus einem Gefangenentransport freigeschossen werden, ja, sogar vor dem Diebstahl eines gesamten Raumes voller Wertsachen wird nicht zurück geschreckt – flink mit der Kreissäge ausgesägt, freigesprengt und mit dem Helikopter weggeschleppt. Die Ziele sind allesamt abwechslungsreich und sehr phantasievoll, wodurch keine Langeweile aufkommen sollte. Sekundäre Ziele wie gefesselte Geiseln, zerstörte Sicherheitskameras oder herumliegende Wertsachen halten die Räuber auf Trab. Auch die Umgebungen spielen hier eine Rolle und der Entwickler hat sich wirklich große Mühe gegeben, allen Szenarien einen eigenen Look zu verpassen – von den sterilen Räumen einer Diamanten-Bank über die verschmutzten Seitenstraßen einer Stadt bis hin zur rutschigen, sturmgeplagten Brücke haben alle Missionen einen eigenen Grafikstil und sind allesamt stimmig. So hat jedes Szenario einen eigenen Touch und die visuellen Unterschiede fliessen nahtlos in die spielerischen Unterschiede ein.

Apropos Grafik: Diese ist durchwegs hübsch und kann auch mit einigen netten Effekten aufweisen, ist also insgesamt mehr als zeitgemäß. Wer bei einem Titel in dieser Preisklasse ein Grafikfeuerwerk verlangt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Netter Vorteil: Hierdurch sinken auch die Systemanforderungen, sodass jeder halbwegs aktuelle Rechner kaum ins Schwitzen geraten sollte. Auch der Sound weiss zu überzeugen, stimmige Zwischenrufe der Banditen und der rege Funkverkehr der Polizei tun das Übrige. Da spielt auch das unrealistische Verhalten der Räuber, welche sich durch Horden von Polizisten ballern und dabei selbst etliche Salven verkraften, plötzlich keine Rolle mehr

Wer gerne einmal mit drei Freunden herausfinden will wie es ist, eine Bank zu überfallen ohne dafür gleich eine mehrjährige Gefängnisstrafe zu riskieren, dem kann dieses Spiel nur angeraten werden. Der Preis von umgerechnet knapp 19 Euro pro Kopie geht vollkommen in Ordnung, insbesondere da vermutlich in absehbarer Zeit zusätzliche Inhalte erhältlich sein werden. Eventuell könnten auch von Nutzern erstellte Coups eingebaut werden, sofern der Entwickler mitspielt. Besonders gilt noch hervor zu heben, dass man noch etwas Geld sparen kann sofern man den Titel als Teil eines “FourPack” auf der Platform STEAM kauft. Hier zahlt man für drei Kopien, erhält jedoch vier und kann die überschüssigen drei an seine Freunde verteilen. So bleiben effektive nur knapp 14 Euro pro Person übrig, wodurch der Preis noch attraktiver wird.

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