BlizzCon 2011 – Comment.

Die kalifornische Spieleschmiede “Blizzard” rief erneut zur mittlerweile jährlich stattfindenden Messe in Anaheim, um ihre neuesten Kreationen der Öffentlichkeit vorzustellen; Dieses Event ist in den vergangenen Jahren zu einer wahren Pilgerstätte für Liebhaber des Blizzard-Studios avanciert, zeichnet sich dieses Studio immerhin verantwortlich für die “StarCraft”, “Warcraft” und “Diablo”-Reihen und -Universien. In drei riesigen Hallen den Messegeländes wurden enorme Bühnen aufgestellt, um die vielzähligen Panels abzuhalten. Hier konnte sich der Messebesucher an neuen Videos, Spielszenen und Erklärungsstunden mit den anwesenden Entwicklern des Studios erfreuen. Insbesonders diese sogenannten “Developer Panels” sind oft die Highlights der Messe: Hier kann sich der enthusiastische Anhänger direkt mit den verantwortlichen Entwicklern, Designern und Programmierern in Kontakt setzen und erhascht so oft einen Blick hinter die Kulissen einer der größten Spieleschmieden.

In diesem Jahr wurden einige Geheimnisse gelüftet und überdies viele interessante Ankündigungen gemacht: Für Liebhaber der “Starcraft”-Reihe gab es neben einem Trailer für die kommende Erweiterung auch viel Gameplay sowie Designer-Panels zu sehen, was die hohen Erwartungen vermutlich noch weiter in die Höhe schnellen liess. Die BlizzCon stand jedoch dieses Jahr besonders im Zeichen der zwei anderen Universien – im Lichte der immer näher rückenden Veröffentlichung von dem heiss erwarteten “Diablo 3” wurden viele neue Details veröffentlicht und eine weit vorangeschrittene Version zum Anspielen bereit gestellt. Darüber hinaus wurde es Abonnenten von “World of Warcraft”, dem wohl bekanntesten Online-Rollenspiels der hiesigen Zeit, ermöglicht, bei Abschluss eines einjährigen Abonnements eine Vollversion von “Diablo 3” als Geschenk zu erhalten – ein enorm interessantes Angebot, überschneiden sich doch immerhin oft die Interessen der einzelnen Spielergruppen.

Apropos “World of Warcraft” : Auch hier hatten die Macher aus Kalifornien eine Überraschung in der Hinterhand! Vorgestellt wurde die neueste Erweiterung, “Mists of Pandaria” mitsamt einem neuen Kontinent, einer neuen spielbaren Rasse und einer Vielzahl an mehr oder weniger sinnvollen Veränderungen an der Spielmechanik. Viele unnötig komplizierte Designs wurden vereinfacht und die Individualität der Spieler weiter ausgebaut, was schlussendlich wohl der Langlebigkeit des immerhin seit Anfang 2004 verfügbaren Titels mit zwischenzeitlich mehr als zehn Millionen Abonnenten zugute kommen wird. Auch hier gab es Versionen zum ausprobieren, Design-Studien, eingehende Gespräche mit den Entwicklern und etliche Informationen zu bestaunen.

Welche Erkenntnis erhält man nun von der diesjährigen BlizzCon? Einerseits wird ersichtlich, dass Blizzard stark mit dem Strom der Zeit geht und ein neues Bezahl-modell einführen muss, wohl aus Angst vor Konkurrenzprodukten, sicher aber auch angesichts der Tatsache, dass sich viele Spieler immer öfters über zu wenig Inhalte beschweren. Zusätzliche Erweiterungen, welche zwar in ihrem Inhalt kleiner, dafür aber in ihrer Frequenz höher ausfallen, könnten hier Abhilfe schaffen. Weiterhin sieht man, dass dem Studio die Ideen wohl noch eine geraume Zeit nicht ausgehen werden und weitere Titel in den drei bekannten Franchises wohl eher eine Frage der Zeit bleiben werden.

Insbesonders sieht man aber Eines: Es lohnt sich in der heutigen Industrie, dominiert von immer rapideren Veröffentlichungen, vorgezogenen Releases, unfertigen Titeln und Profitgier eben offensichtlich doch, besondere Mühe in fertige Produkte, erstklassigen Kundendienst und eine Unterstützung des Produktes weit über dessen normalen Lebenszyklus hinaus zu unterhalten (Titel wie “Diablo 2” erhielten noch mehr als 5 Jahre nach ihrer Veröffentlichung weiterhin kostenlose Verbesserungen) und dadurch zumindest den Ruf eines höheren Qualitätsstandards zu besitzen. Wer den Grund für diese Mühe sucht, der findet sie eindeutig bei der BlizzCon: Die Entwickler produzieren nicht einfach nur stumpf einen Titel – denn von dem niedersten Mitarbeiter bis hin zur Chefetage sind die Mitarbeiter allesamt immer noch eins: Spieler, mit der felsenfesten Überzeugung, ein einmaliges Erlebnis zu erschaffen.

Nirgendwo zeigt sich das so deutlich wie auf der BlizzCon.

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