Back to the Future: Get Tannen! (PC-reviewed, Mac, iPad, PS3)
Emmet Brown und Marty McFly schlagen zurück! Wie bereits beim Erscheinen der ersten Episode im Dezember angekündigt wurde nun im Februar die zweite Episode der insgesamt fünf Abschnitte umfassenden Spielebox des Studios „Telltale Games“ vorgestellt. Sie knüpft nahtlos an die Geschehnisse der ersten Episode an und erzählt den weiteren Verlauf der in mehreren Jahrzehnten spielenden Geschichte. Auch an dem Spielstil hat sich nichts verändert: Es handelt sich hier weiterhin um ein bewährtes Point and Click-Spiel mit etlichen cleveren Rätseln. Galt es in dem ersten Abschnitt noch das Überleben von Emmet Brown zu sichern so schwebt nunmehr Marty McFlys Zukunft in großer Gefahr. Die sich immer weiter entwickelnde Geschichte wird erneut mit etlichen humoristischen Einlagen ergänzt, klassische Zitate der Kultfilme werden ebenfalls geschickt eingesetzt, wodurch sich ein Back to the Future-Liebhaber nahezu sofort heimisch fühlt.
What are you looking at butthead?
Technisch hat sich ebenfalls nicht viel getan, sämtliche Episoden setzen auf denselben Grafikmotor welcher durch einen interessanten comic-ähnlichen Stil zu überzeugen weiss. So ist die visuelle Repräsentation ständig sehr stimmig, überdies konnten einige wenige Schnitzer im Vergleich zur ersten Episode ausgeglichen werden: Grafikbugs wie etwa asynchron sprechende Figuren oder verzerrte Gliedmaßen treten nicht mehr auf. Auch der Soundtrack weiss im Rahmen des Settings und den Serienklassikern zu gefallen – der Back to the Future-Soundtrack ist stimmiger denn je und auch die passende dreissger Jahre-Musik ist durch die Bank gelungen.
Let’s see if you bastards can do 90.
Die Steuerung, ob zum Guten oder zum Schlechten, hat sich ebenfalls nicht verändert. Manch einem Nutzer mag diese Steuerung spanisch vorkommen, doch zumindest scheint sie weitgehend fehlerfrei zu funktionieren. Der größte Kritikpunkt der ersten Episode war neben dieser Steuerung aber auch der teilweise zu geringe Schwierigkeitsgrad. Glücklicherweise wurde hier Hand angelegt und an der richtigen Stelle einiges verschärft: Die Rätsel präsentieren sich zwar immer noch als „statisches“ Event, sodass der Spieler nicht unter Zeitdruck steht, gestalten sich jedoch bisweilen recht knifflig. Auch die Art der Rätsel wurde erweitert, sodass etwas mehr Abwechslung geboten wird – komplexe Rätselketten gesellen sich hier zu den traditionellen Rätseln via Gesprächskontakt. So ist die zweite Episode durchaus anspruchsvoller als die erste Episode, ohne dabei jedoch zu überfordern.
This is heavy.
„Get Tannen“ muss man entgegen einer verbreiteten Annahme nicht erneut erstehen – der Kaufpreis wurde nicht etwa auf eine Episode, sondern gleich auf das gesamte Paket berechnet und ist demnach mit knapp vier Euro pro Episode äusserst fair berechnet. In einem dem Spiel beiliegenden Launcher-Tool kann nicht nur eine der bislang erschienenen Episoden ausgeführt werden, sondern auch Informationen zum Erscheinungszeitraum der kommenden Episoden abgerufen werden. Da eine einzelne Episode auch nur „winzige“ drei hundert Megabyte Datenvolumen umfasst sollte der Distribution keine Grenzen gesetzt sein. Die Systemanforderungen halten sich ebenfalls im Rahmen, sodass dem Back to the Future-Liebhaber diese Episode demnach uneingeschränkt zu empfehlen ist.


